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Freestyle-Agility in Parks, Wald und Feld

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Sport mit unseren Hunden ist für Vierbeiner und uns Menschen eine willkommene Abwechslung vom drögen Alltag. Es muss aber nicht immer Agility als Turnier- und Vereinssport sein, viel Spaß können Mensch und tierische Partner auch in der freien Natur haben. Gerade für Einsteiger ist aktive Bewegung in der Natur empfehlenswert. So lässt sich ohne Regeln und Wettkampfstress mit dem vierbeinigen Freund die Natur auf eine sportliche, abenteuerliche Weise genießen.

Sicherheit und Rücksichtnahme gehen vor

Bevor es losgeht, ist es wichtig, einige Sicherheits- und Verhaltensregeln zu beachten. Sie sorgen dafür, dass sich niemand verletzt sowie andere Menschen und Tiere sich nicht gestört fühlen.

  • Zu Stapeln aufgeschichtete Baumstämme oder Holzstücke können in Bewegung geraten und rutschen, wenn Menschen oder Tiere darauf herumturnen. Hier besteht Lebensgefahr! Nur einzelne, stabil liegende Baumstämme nutzen.
  • An Drahtzäunen können einzelne Drähte abstehen. Verletzungsgefahr!
  • Springen und klettern dürfen nur Hunde mit gesunden Knochen und Gelenken. Wer sich hier unsicher ist, sollte unbedingt den Tierarzt um Rat fragen.
  • Vor dem Training sollten Mensch und Tier sich genügend aufwärmen, um Muskeln und Kreislauf vorzubereiten und so Verletzungen zu vermeiden (1). Geeignet sind Spaziergänge mit kurzen Laufeinheiten. Beim Abrufen von Tricks wie „Männchen“, „Diener“ oder „Laufen auf den Hinterbeinen“ dehnt der Vierbeiner sich nebenbei.
  • Felder, auf denen Lebensmittel oder Tierfutter produziert werden, sind kein Hundeklo. Beim Training und den täglichen Spaziergängen muss jeder Haustierbesitzer darauf achten, dass diese Ressourcen nicht verschmutzt werden.
  • Im Wald müssen Hunde oft angeleint werden, das gilt vor allem in Naturschutzgebieten. Darauf achten, dass Regeln beachtet und wild lebende Tiere nicht gestört werden.
  • Im jeweiligen Park sollten Hunde, gegebenenfalls auch ohne Leine, erlaubt sein. Super sind Hundeparks und Freilaufflächen (2).

Abenteuerspielplatz Natur – Hindernisse, Hürden und Aufgaben entdecken

Die aus dem Agilityverein bekannten Hürden und Aufgaben finden sich auch in Parks, Feldern und der freien Natur (3). Wer auf seinen Spaziergängen und Ausflügen Ausschau danach hält, findet viele Möglichkeiten für eine lockere Einheit Freestyle-Agility. Wer in der Nähe von Feldern und Bauernhöfen wohnt, kann auch Nachbarn und befreundete Hofbesitzer um Erlaubnis bitten, Zäune, Bänke, Fässer, Mauern oder Ähnliches für die Übungen nutzen zu dürfen. Folgende Dinge finden sich fast überall und bieten sich als Ersatz für gängige Agility-Elemente an:

Steg oder Balancieren

  • umgekippte, einzelne Baumstämme
  • Parkbänke (darauf achten, keine schmutzigen Pfotenabdrücke zu hinterlassen)
  • Stein- oder Betonmauern (bei privaten Grundstücken vorher um Erlaubnis bitten)

Weitsprung

  • Bäche, Pfützen, Entwässerungsgräben am Wegesrand und schmale Teiche
  • Blumenbeete mit niedriger Bepflanzung
  • alte Auto- oder kleine Traktorreifen beim Bauern um die Ecke

Hürde und Hochweitsprung

  • liegende, einzelne Baumstämme
  • niedrige Zäune
  • Selbst aufgebaute Hürden aus Ästen, leichten Stangen oder aufgereihten Eimern

Reifen

  • die eigenen Arme (mit verschränkten Händen einen Kreis bilden und so hinhocken, dass die Fellnase gut durchspringen kann), geht gut mit einem Helfer
  • Hula-Hoop-Reifen, am besten mit Helfer
  • Lücken in Zäunen am Wegesrand (nur, wenn keine Verletzungsgefahr besteht)

Slalom

  • Poller am Wegesrand
  • Straßenlaternenpfähle und Straßenschilder
  • Feststehende Pfähle von mobilen Elektrozäunen, die gerade nicht genutzt werden (also solche ohne Zaunlitzen).

Tisch

  • Baumstümpfe
  • Parkbänke
  • große Steine, Findlinge und Felsen
  • Strohquader oder Heuballen
  • aufgestellte Fässer

A-Wand

  • An einem Zaun oder einer Mauer aufgestellte, breite Bretter
  • Rampen

Tunnel

  • Wildpfade oder Lücken in dichtem Gebüsch
  • Mitgebrachte Stoffbahnen, die über Eimer, Parkbänke oder zwei Baumstämme gehängt werden und so Höhlen und Tunnel bilden.

Die Fellnase motivieren

Vierbeiner und Mensch stehen vor einem geeigneten Baumstamm und schauen sich ratlos an. Wie geht es weiter? Jetzt ist es für den Haustierbesitzer an der Zeit, seinen pelzigen Freund zum Sport zu animieren. Das geht am besten, wenn der Mensch genügend Leckerlis eingepackt hat, bereit ist, mitzumachen und erwünschtes Verhalten unmittelbar durch Belohnung und positive Unterstützung bestätigt. Wer das Klickertraining bevorzugt, kann diese Methode hier natürlich auch anwenden. Hilfreich ist es, wenn der Trainingspartner auf vier Pfoten Kommandos wie auf Zuruf kommen, bleiben und warten und der leeren Hand folgen schon kennt. Wichtig ist es, alle Hürden und Aufgaben mit viel Geduld anzugehen, keinen Druck aufzubauen und Angst zu vermeiden.

Und wie versteht das Hundehirn, dass es jetzt über den Baumstamm geht? Im Zweifel einfach vormachen! Wenn der Mensch Anlauf nimmt und springt, wird der tierische Partner sicher folgen.

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Quellen:

(1) Brox, Kirsten (2012): Trainingsbuch Agility. Berlin: epubli GmbH.

(2) http://www.dogs-magazin.de/wissen/freilaufflaechen-in-deutschland-63871.html (letzter Abruf 13.04.2016).

(3) http://www.einfachtierisch.de/hunde/hundeerziehung/agility-training-fuer-den-hund-tipps-fuer-anfaenger-id42863/ (letzter Abruf 13.04.2016).

 

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