» » Brennende Gefahr: Wenn Hunde auf Eichenprozessionsspinner treffen

Brennende Gefahr: Wenn Hunde auf Eichenprozessionsspinner treffen

eingetragen in: Allgemein, Hund | 0

Den haarigen Nachtfaltern sieht keiner an, dass sie für Vierbeiner gefährlich werden können. Aber die Brennhaare der Raupe des Eichenprozessionsspinners haben es in sich. Oft wird diese jedoch mit anderen harmlosen Motten verwechselt. Lesen Sie im folgenden Text, woran Sie Prozessionsspinner erkennen und wie Sie Ihrem Hund den Kontakt ersparen.

Keine normale Raupe – der Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, der vier Stadien in seinem Leben durchläuft: Er ist zunächst Larve, wird dann zur Raupe, verpuppt sich und wird schließlich zum Schmetterling. Im Raupenstadium ist er ein Schädling und kann auch für Hunde und andere Vierbeiner gefährlich werden.

Wann und wo kommt der Eichenprozessionsspinner vor?

Die warmen Monate Mai und Juni sind die Lieblingszeit des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea). Seine Raupen fühlen sich besonders wohl in lichten Wäldern oder auf alleinstehenden Bäumen. Das trockene, warme Wetter, das aufgrund der Klimaveränderungen unseren Sommer immer mehr beherrscht, ist für den flauschigen Prozessionsspinner ideal. Ursprünglich galt der Nachtfalter als ausgestorben, aber seit den 90er Jahren wird er wieder häufig in Parks, auf Sportanlagen oder an Waldrändern gesichtet.

Benannt ist der Falter nach den „Prozessionen“, die seine Raupen unternehmen. Förster fürchten das Bild der mehrreihigen Raupenketten, die gerne an Buchen und Eichen emporwandern. Diese Reihen können eine Länge von bis zu zehn Metern erreichen. Daran lässt sich erahnen, welches Zerstörungsausmaß die Raupen in der Krone eines Baumes anrichten. Sie fressen alles, was grün ist. Innerhalb kürzester Zeit werden ganze Baumgruppen zu Skeletten mit kahlen Kronen.

Die Gefahr von Eichenprozessionsspinnern für Hunde

Wenn die Tiere ab Ende April geschlüpft sind, sollten Tierliebhaber auf ihre Vierbeiner achten: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind mit Brennhaaren überzogen. Diese brechen bei Kontakt ab oder können bei Bedrohung aktiv von den Raupen „abgeschossen“ werden und setzen Eiweiße frei, die allergische Reaktionen bei Menschen und Tieren hervorrufen können. Hunde, die im Sommer durch das Gehölz streifen, können davon betroffen sein.

Die Nester des Eichenprozessionsspinner erkennen

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners schlüpfen aus einem weißen Nest, das am Baumstamm hängt. Diese kokonähnlichen Gebilde unterscheiden sich übrigens von den weißen Schleiern der Gespinstmotte, die ganze Büsche oder Bäume überziehen, aber harmlose Insekten sind. Eichenprozessionsspinner haben sich dagegen auf Buchen, Eichen und Ahorn spezialisiert und lassen diesen Gehölzen keine Chance, nach Befall noch einmal auszutreiben.

Kontaktallergien bei Hunden

Zum Glück werden die Vierbeiner durch ihr Fell weitestgehend vor den Brennhaaren des Eichenspinners geschützt. Weniger behaarte Körperregionen wie beispielsweise Ohren, Nase oder Zehenzwischenräume, an denen direkter Hautkontakt möglich ist, sind mehr gefährdet. Die Brennhaare können sich jedoch auch mit ihren Widerhaken im Fell befestigen. Außerdem stellt das Abschlecken der Haare eine Gefahr dar, weil diese so an die Maulschleimhäute des Hundes gelangen können.

Die Hochphase der Eichenprozessionsspinner reicht von Ende Mai bis Ende Juni. Oft ist in der Sommerzeit aber nicht nur direkter Kontakt das Problem: Der Wind sorgt dafür, dass viele Härchen, die das „Eiweißgift“ enthalten, aus den Nestern getragen werden – auch wenn diese bereits verlassen sind. Die leeren Gespinste bleiben durch die enthaltenen Brennhaare eine Gefahrenquelle für neugierige Hunde, die für ungefähr ein Jahr fortbesteht.

Die Folgen eines Kontakts mit Eichenprozessionsspinnern

Jeder Hund zeigt nach Kontakt mit dem „Eiweißgift“ individuelle Allergiesymptome. Bei empfindlichen Hunden können die Symptome stärker ausgeprägt sein als bei weniger empfindlichen. Wenn die Hundehaut mit den Brennhaaren eines Eichenprozessionsspinners in Kontakt kommt, dann sind folgende Reaktionen möglich:

  • Rötungen
  • heftiger Juckreiz
  • Quaddeln
  • Anschwellen der Haut
  • Bläschen

Besonders gefährlich ist es aber, wenn die Vierbeiner die Brennhaare einatmen oder abschlecken. Dann ist es möglich, dass die Zunge Ihres Hundes anschwillt oder sich eine Entzündung der Atemwege entwickelt. Um das zu verhindern, gilt es die Anzeichen für diesen Kontakt mit den Härchen zu kennen. Folgende Symptome können die Folge sein, wenn ein besonders empfindlicher Hund auf einen Eichenspinner getroffen ist:

  • Starke Reizung der Mund- und Nasenschleimhaut
  • Reizung der Augen und Lider
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Fieber
  • Selten: allergische Schocks
Welche Behandlung hilft gegen Eichenspinner?

Erste Hilfe für Ihren Hund geht zum eigenen Schutz nur mit Vorsichtsmaßnahmen, um selbst keine Kontaktallergie zu bekommen. Deshalb sollten Sie in diesen Fällen immer Handschuhe tragen und über einen Mundschutz nachdenken. Zunächst spülen Sie Maul, Nase und Augen des betroffenen Tiers vorsichtig mit sauberem und warmem Wasser aus. Hierbei sollte man darauf achten, dass die Härchen im Fell keinen Kontakt zur Haut des Hundes erhalten. Manche Hunde betreiben auch Selbsthilfe und baden z.B. im nahen See. Zeigt der Hund anschließend weitere Symptome, sollten Sie die/ den Tierärztin/ arzt aufsuchen.

Nester des Eichenprozessionsspinners entfernen?

Die beste „Prophylaxe“ gegen eine Kontaktallergie ist Aufmerksamkeit. Achten Sie bei Spaziergängen mit Ihrem Hund auf mögliche Nester und umgehen Sie im Notfall die Gefahrenstellen. Der Wunsch, die Gefahr für Hunde möglichst einzudämmen und die Nester des Eichenprozessionsspinners zu entfernen, ist nachvollziehbar. Aber Laien sollten diese Aufgabe aus gesundheitlichen Gründen den Spezialisten überlassen. Der Nabu sowie das entsprechende Gesundheits- oder Ordnungsamt ist für eine Beseitigung von Nestern zuständig. Zudem gilt auch für diesen lästigen Schädling: Er gehört zu einem natürlichen Wald dazu und hat einige Fressfeinde, die sich nicht von seinen Brennhaaren abhalten lassen. Der Schutz von Kuckuck, Puppenräuber und Raupenfliege ist beispielsweise eine gute Methode zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners.

Copyright Photo (Kleuske) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Thaumetopoea_processionea,_closeup.JPG

 

Dieser Artikel darf gerne verlinkt oder geteilt werden. Vervielfältigungen oder Veröffentlichungen/Nachveröffentlichungen in jeglicher Form (elektronisch oder gedruckt) dürfen allerdings nur mit unserer ausdrücklichen schriftlichen Erlaubnis erfolgen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.